Hintergrund: Warum LOGIN?

Gesundheit ist nicht alles,
aber ohne Gesundheit ist alles nichts!
(Arthur Schopenhauer)

 

Gesundheit und soziale Teilhabechancen werden entscheidend durch Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen beeinflusst. Armut, soziale Isolation und eine ungerechte Chancenverteilung sind auch in Österreich immer noch gegenwärtig bzw.  nehmen diese weiter zu. Prekäre Arbeitsverhältnisse (working poor), Jobverlust, kurz- oder längerfristige Phasen der Erwerbslosigkeit,  persönliche Schicksalsschläge, Stigmatisierung und Ausgrenzung, oder Erkrankungen (psychische Erkrankungen, Sucht, Depressionen,..) stellen nicht nur dramatische biografische Einschnitte dar, sondern können in weiterer Folge zu materieller und sozialer Benachteiligung führen. Dass Armut, soziale Ausgrenzung und Isolation krank machen ist mittlerweile wissenschaftlich unbestritten. Vor allem stehen die Betroffenen unter erhöhten physischen und psychischen Belastungen.

Zwar reagiert das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem auch auf diese Problemlagen, jedoch zielt ein Großteil der Maßnahmen auf eine (Wieder-)eingliederung in den Arbeitsmarkt. Dabei gerät aus dem Blickfeld, dass neben den Arbeitsbedingungen gerade auch andere Lebens- und Freizeitbedingungen entscheidende Faktoren  für soziale Teilhabechancen, persönliche Entwicklung und Entfaltung sowie Selbstbestimmung – mithin für Gesundheit im Sinne eines umfassenden Konzepts - darstellen.

Genau aus diesem Grund setzen die Angebote des Vereins Login im Bereich Lebenswelt - Freizeit und soziales Netzwerk an. Hier ist es möglich, abseits von Leistungsdruck, freiwillig und gemeinsam mit anderen Potentiale zu entfalten und Ressourcen zu entdecken. Ein guter psychosozialer Gesundheitszustand ist gemäß der WHO-Ottawa-Charta „eine wesentliche Bedingung für soziale, ökonomische und persönliche Entwicklung und entscheidender Bestandteil der Lebensqualität.“ Gesundheit bedeutet in diesem Zusammenhang sowohl „Geborgenheit und Verwurzelung in einer unterstützenden sozialen Umwelt, den Zugang zu allen wesentlichen Informationen, die Entfaltung von praktischen Fertigkeiten, als auch die Möglichkeit, selber Entscheidungen in Bezug auf ihre persönliche Gesundheit treffen zu können.“

Vor allem die Definition von Gesundheit von Albert Bandura, beschreibt den Zugang von LOGIN:  „Gesundheit ist die Fähigkeit zur Problemlösung und Gefühlsregulierung, durch die ein positives seelisches und körperliches Befinden und ein unterstützendes Netzwerk sozialer Beziehungen erhalten oder wieder hergestellt wird“ (Badura & Hehlmann 2003:18)

Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit: Sie umfasst soziale und individuelle Ressourcen ebenso wie körperliche Fähigkeiten. Gemäß der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung versteht Verein LOGIN Gesundheit als ein „umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden“ das erfordert, „dass einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen, sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können.“  Der Verein LOGIN berücksichtigt daher vor allem die sozialen Aspekte von Gesundheit und schafft Räume der Aktivierung und Entfaltung persönlicher Potenziale und Ressourcen. 

Empowerment in bewegten sozialen Netzwerken

Im Sinne der Chancengleichheit wendet sich LOGIN Menschen zu, die in einer leistungsorientierten und entsolidarisierten Gesellschaft Zugangsbarrieren erleben und eröffnet gemeinsam mit ihnen neue Zugangschancen. Mithilfe eines salutogenetischen Interventionsansatz unter Berücksichtigung individueller Lebenswelten stärkt LOGIN gesundheitsfördernde Faktoren und stattet Menschen in schwierigen sozialen und finanziellen Lagen, für einen besseren Umgang mit Belastungssituationen aus. Regelmäßige, aktivierende, gesundheitsfördernde Angebote und der Aufbau sozialer Netzwerke unterstützten die soziale Wiedereingliederung, ermöglichen Mitgestaltung und fördern Empowerment sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

Auf diese Weise tritt der Verein LOGIN den gesellschaftlichen Phänomenen der Vereinzelung, Verdrängung und Verarmung von Menschen, sowie der Entsolidarisierung entgegen. Erhöhte Teilhabechancen und Handlungsspielräume schaffen ein Gefühl der Bewältigbarkeit von Lebenssituation – und wirken somit im hohen Maße gesundheitsfördernd.